Feuerwehr feiert ihr 125-Jähriges

Der Spielmannszug Wedderstedt spielte zum Jubiläum. (Thomas Tobis)

WEDDERSTEDT/MZ/IKU Als die Freiwillige Feuerwehr Wedderstedt gegründet wurde, hatte Deutschland noch einen Kaiser und Wedderstedt mehr als 500 Einwohner. Seitdem sind 125 Jahre vergangen, der Kaiser ist tot, das Dorf hat zehn Prozent seiner Bewohner verloren – aber die Feuerwehr, die gibt es noch. Und das feierte sie auch am Samstag – ihr 125-jähriges Bestehen. Mit Technik und Fahrzeugen zum Anfassen, Führung durch das Depot, einer Fahrzeugausstellung und einem bunten Programm für Kinder und die ganze Familie.

Gegründet wurde die Wehr, das ist der Chronik zu entnehmen, am 1. Oktober 1894, einem Montag, von etwa 30 Bauern, Handwerkern und Knechten. Der erste Wehrführer von Wedderstedt war der Schustermeister Gustaf Hense, und das erste Spritzenhaus ist ein Schuppen neben der Gemeindeschmiede gewesen. Dreimal wechselten die Feuerwehrleute seither ihre Heimstatt. Seit 1994 residiert die Freiwillige Feuerwehr Wedderstedt auf dem Hof der Gemeindeverwaltung in der Quedlinburger Straßen, und sie besteht heute aus 23 Kameraden.

Insgesamt acht Wehrleiter gab es in Wedderstedt in den vergangenen 125 Jahren. Schustermeister Hense hatte den Posten ganze 37 Jahre – bis 1931 – inne. Der jetzige Wehrleiter Dirk Bosse hat die Leitung 2014 von Thomas Schnell übernommen.

Weitere Informationen unter www.feuerwehr-wedderstedt.de

Bald voll im Einsatz

Philipp Hahn links, Philipp Tränkner

08.03.2019

WEDDERSTEDT/MZ Feuerwehrmann sein – das war für Philipp Hahn und Philipp Tränkner schon immer das Größte. Die beiden Nachwuchsbrandschützer aus Wedderstedt sind zwar noch keine 18 Jahre alt, aber als Anwärter auf dem besten Wege zu ihrem gemeinsamen Ziel: Ein vollwertiges Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in ihrem Heimatort zu sein.

Bei Philipp Hahn war es der Vater, der die Weichen in diese Richtung gestellt hat: Dirk Schneider ist Jugendwart der Wedderstedter Wehr und hat seinen heute 16-jährigen Sohn in Richtung Brandschutz gelenkt. Der wiederum zog seinen Kindergartenfreund Philipp Tränkner mit, der ebenfalls Mitglied der Kinderfeuerwehr wurde. „Freitags hatten wir ohnehin noch nichts vor“, sagt er mit einem Lächeln.

Die beiden Philipps sind ein Beispiel dafür, was die Kinder- und Jugendarbeit einer Feuerwehr bewirken kann. Philipp Hahn erinnert sich an Besuche der Brandschützer im Kindergarten, schon damals wollte er zur Wehr. „Der Grund war in dem Alter das große, rote Auto“, sagt er und lacht. In der Kinderfeuerwehr Wedderstedt traf und trifft sich der Nachwuchs wöchentlich. Man bastelt und spielt zusammen, unternimmt Ausflüge, geht ins Kino. In den Sommerferien werden Zeltlager am Dorfteich organisiert. „Das Wichtigste ist die Kameradschaft“, sagt Philipp Tränkner.

Was die Truppe zusätzlich zusammengeschweißt hat, ist der Erfolg beim Feuerwehrsport – zumal dieser völlig unverhofft kam. 2012 haben die Wedderstedter erstmals an einem Wettkampf teilgenommen und gleich den zweiten Platz errungen. „Damit hat keiner gerechnet. Wir waren die krassen Außenseiter“, sagt Philipp Hahn. Heute stehen die Pokale dicht an dicht in der Vitrine im Feuerwehrgerätehaus, der jüngste ist der Wanderpokal der Verbandsgemeinde Vorharz, den die Wedderstedter im vergangenen Jahr beim Orientierungslauf gewonnen haben.

Mit zunehmendem Alter orientieren sich die Aktivitäten mehr und mehr an den Tätigkeiten der Wehr. Die Jugendlichen lernen, wie man die Uniform anzieht, hydraulische Geräte bedient und die Wasserspritze einsetzt. „Man wird sich klarer, was wirklich die Aufgabe der Feuerwehr ist“, sagt Philipp Hahn.

Für die beiden steht fest: „Das ziehen wir durch.“ Und weil sie gut befreundet sind, macht es noch mehr Spaß. Den Grundlehrgang, den auch Erwachsene besuchen, haben sie von September bis November vergangenen Jahres absolviert, rund 70 Stunden dafür investiert. Als Nächstes steht der Lehrgang in technischer Hilfe auf dem Plan, und wenn beide volljährig sind, können sie Atemschutzgeräteträger werden.

Doch da ist noch was: die Schule. Philipp Hahn besucht die zehnte Klasse der Ernst-Bansi-Sekundarschule in Quedlinburg. Philipp Tränker ist dort auf dem GuthsMuths-Gymnasium, derzeit in der elften Klasse. Berufsfeuerwehrmann, das können sich beide gut vorstellen. Falls es nicht klappt, wären Packmitteltechnologe und Bauingenieur gute Alternativen. Die Feuerwehr bleibt aber der Fixpunkt in ihrem Leben – auch wenn Philipp Hahn hin und wieder Fußball spielt. „Man muss ja fit bleiben.“ Philipp Tränkner hingegen hat das Floorball-Training aufgegeben. „Ich habe mich entschieden: Feuerwehr ist das, was ich machen möchte.“

Philipp Tränkner

Feuerwehr-Anwärter

22 Aktive bewältigen fünf Einsätze

VON KATRIN SCHRÖDER

08.03.2019

WEDDERSTEDT/MZ Fünf Einsätze verzeichnete die Freiwillige Feuerwehr Wedderstedt im Jahr 2018, so die Bilanz, die Wehrleiter Dirk Bosse bei der Jahreshauptversammlung zog. Dreimal leisteten die Brandschützer technische Hilfe bei Verkehrsunfällen und bei dem Wasserschaden in der Kindertagesstätte Hedersleben im vergangenen Dezember. Außerdem wurden sie zu zwei Bränden im Winkel und am Kloster Hedersleben gerufen. Sieben Kameraden waren pro Einsatz dabei, so Bosse. „Das ist eine Topzahl“, sagte Aiko Engelbrecht von der Verbandsgemeindewehrleitung und fügte hinzu: „Wedderstedt ist eine Feuerwehr, auf die Verlass ist.“ Aktuell hat die Wedderstedter Wehr 32 Mitglieder, davon gehören 22 zum aktiven Einsatzdienst, vier sind in der Alters- und Ehrenabteilung, fünf in der Jugendfeuerwehr und eins in der Kinderfeuerwehr. 90 Stunden verbrachten die aktiven Feuerwehrleute mit Aus- und Weiterbildung bei 45 Dienstabenden. Neben dem Zeltlager organisierten die Kameraden das Maifeuer und den Frühjahrsputz.

Feuerwehrtradition Camping mal etwas anders

  • Von
  • Sigrid Dillge

  • 06.06.17, 14:55 Uhr Tina Müller und ihr Hund Linox stehen voll auf Feuerwehr.

Tina Müller und ihr Hund Linox stehen voll auf Feuerwehr.

Foto:

Chris Wohlfeld

 Wedderstedt –

Das alljährliche Zeltlager gehört zu den Höhepunkten im Dienstplan der Jugendfeuerwehr Wedderstedt. In diesem Jahr dauert es wegen der Pfingstfeiertage länger als sonst.

Ein Grund zur Freude auch bei Philipp Hahn und Philipp Tränkner. Die beiden, 14 und 15 Jahre alt, sind seit acht Jahren bei der Feuerwehr in ihrem Heimatort. Und sie können sich vorstellen, für immer bei der Feuerwehr zu bleiben.

Ich will mal Berufsfeuerwehrmann werden“, verrät Philipp Hahn. Er ist über seinen Vater zur Helfertruppe gekommen. „Dann hat Philipp mich mitgeschleppt“, erzählt Philipp Tränkner. „Ich möchte unbedingt immer bei einer Feuerwehr mitmachen. Da kann man anderen Leuten helfen und die Kameradschaft untereinander ist auch sehr schön“, erklärt er seine Gründe.

Die beiden Philipps lernen im Zeltlager, wie man effektiv helfen kann, und auch der Spaß kommt nicht zu kurz.

Über Pfingsten musste viel gelernt werden

Wir haben momentan acht junge Leute in der Jugendfeuerwehr“, weiß Jugendwart Dirk Schneider. Die werden am Pfingstwochenende unter anderem den Löschangriff üben, das richtige Knoten machen lernen und neue Feuerwehrtechnik kennen lernen.

Extra dafür sind am Samstag die Feuerwehrkameraden aus Schadeleben zum Zeltlager gekommen. Stolz präsentieren sie ihr nigelnagelneues Löschfahrzeug. „Das haben wir im Dezember vergangenen Jahres bekommen“, sagt Maschinist Jens Ziems.

Persönliche Kontakte zu Jugendwart Schneider sind der Grund dafür, dass die jungen Wedderstedter Floriansjünger das Fahrzeug nun direkt in ihrem Lager bestaunen können.

Ausbilder Tobias Frost (l.) erklärt, wie ein Hebekissen funktioniert und eingesetzt wird. Ida Tränkner durfte das Spezialgerät bedienen.

Ausbilder Tobias Frost (l.) erklärt, wie ein Hebekissen funktioniert und eingesetzt wird. Ida Tränkner durfte das Spezialgerät bedienen.

Foto:

Chris Wohlfeld

Viele Spenden für das Zeltlager eingegangen

Hilfe für die Jugendfeuerwehr gibt es natürlich auch aus dem eigenen Ort. „Wir bekommen in jedem Jahr viele Spenden für unser Zeltlager“, so Jugendwart Schneider.

Der Feuerwehrförderverein hilft ebenso wie Privatleute, zu denen auch die Bungalowbesitzerin gehört, die für das Übungswochenende auf eigene Kosten den notwendigen Strom zur Verfügung stellt. Die im Ort befindliche Gaststätte hilft bei der Verpflegung.

Nur so, meint Schneider, könne das Angebot für die Jugendlichen gemacht werden. Er freut sich über die Hilfe und ist dankbar dafür.

Mit belgischem Schäferhund Linox sehr viel Spaß

Die Feuerwehrleute selbst haben alles gut organisiert. Im großen Zelt stehen Campingliegen bereit, nebenan im Küchenzelt leuchtet in unübersehbarem Rot die MKS 05/09. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich die mobile Kochstation, die seit Mai 2009 ihren Dienst tut.

In einem alten Gerätewagenanhänger sind Kühlschrank und anderes für die Versorgung der Zeltgruppe untergebracht. Die hat trotz Regens ihren Spaß – und das liegt auch an ihrem vierbeinigem Feuerwehrkameraden Linox.

Der zweijährige Malinois, ein belgischer Schäferhund, apportiert Stöckchen oder lässt sich auch mal streicheln. Er gehört Tina Müller, die trotz ihrer 25 Jahre zur Jugendfeuerwehr gehört. „Ich bin ja erst seit einem halben Jahr bei der Feuerwehr“, nennt sie den Hintergrund. Genau wie sie ist auch Linox noch in der Ausbildung. Er soll einmal als Rettungshund im Einsatz sein.

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Die Jugendfeuerwehr Wedderstedt wurde 1996 gegründet und will Nachwuchs für die Einsatzabteilung ausbilden. Auf der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Wedderstedt heißt es dazu: „Bei uns geht es um Feuer und Wasser, aber auch um Technik und darum, all das kompakte Wissen rund um die Feuerwehr euch in Spiel und Spaß beizubringen. Natürlich sorgen wir auch dafür, dass die Freizeit nicht zu kurz kommt. Auf unser alljährliches Zeltlager, das wir in Zusammenarbeit mit unserer Einsatzabteilung organisieren, sind wir besonders stolz.“ (mz)

Feuerwehr-Förderverein Wedderstedt Jeder Partner und jede Spende wichtig

  • Von
  • Andreas Bürkner

  • 28.04.17, 08:42 Uhr

Markus Bethge, Dirk Schneider und Gerd Völker (v. l.) bereiten mit neuem Werkzeug Stromgenerator und Faltleitkegel für den Einsatz vor.

Markus Bethge, Dirk Schneider und Gerd Völker (v. l.) bereiten mit neuem Werkzeug Stromgenerator und Faltleitkegel für den Einsatz vor.

Foto:

Chris Wohlfeld

 Wedderstedt –

Unsere Hauptaufgabe ist in jedem Jahr zu Pfingsten das Zeltlager für den Nachwuchs am Wedderstedter Teich“, erzählt Dirk Schneider. Der Vorsitzende des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Wedderstedt und seine über 20 Mitstreiter konnten seit dem Start am 14. April 2013 schon viele Dinge für die Kameraden leisten. Damals hatten sie mit einem Dutzend Mitgliedern begonnen.

Über 5.000 Euro an Sach- und Geldleistungen haben wir in dieser Zeit schon gesammelt, um einerseits die aktiven Kameraden, andererseits aber auch die Nachwuchsarbeit unserer Wehr zu unterstützen“, rechnet Gerd Völker zusammen. „Darunter war auch eine Schrottaktion, deren Ertrag uns zugutekam.“

Wichtige Partner sind mit im Boot

Der Kassenwart des Fördervereins erfasst jeden Cent und alle anderen Dinge, die hauptsächlich von Unternehmen und vielen Privatpersonen in den Verein gelangen. Zu den wichtigsten Partnern zählt Schneider ein Quedlinburger Brauhaus, die Agrargenossenschaft, die Wedderstedter Papierfabrik sowie ein Landwirt aus dem Ort.

Als nächstes wollen wir für neue Spinte im Depot sorgen“, kündigt Völkel bereits an. „Eigentlich ist die Feuerwehr eine Sache der Kommune“, betont Schneider. „Doch angesichts beschränkter Mittel, zumal das Budget oft zu knapp berechnet sei, entstehen Lücken“, begründet er.

Diese wollen wir schließen, um unsere Feuerwehrleute für die ständig wachsenden Anforderungen zu ertüchtigen.“

Dazu wären unter anderem sechs Faltleitkegel, ein Werkzeugkoffer sowie ein Stromgenerator für die Wehr angeschafft worden. „Aber auch Dinge des allgemeinen Bedarfs, T-Shirts für die Jugendfeuerwehr und die Finanzierung einer Website für die Wehr und Vereine des Ortes zählen dazu“, ergänzt Markus Bethge, der zweite Vorsitzende.

Einblicke in die Arbeit der Wedderstedter Wehr sind wichtig

Der Förderverein verstärkt zugleich die Kommunikation zwischen den Bürgern und der Wehr, indem er ihnen Einblicke in die Arbeit gibt und Außenstehenden Freud und Leid der Florianjünger aufzeigt. „Damit wird deren Einsatz besser gewürdigt und zugleich die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr demonstriert“, findet Schneider.

Im Vorstand wird er von der Schriftführerin Sarah Kersten sowie den Beisitzern Hans-Georg Leichert, Tobias Frost und Dirk Bosse unterstützt. Letzterer stellt als Ortswehrleiter auch das direkte Bindeglied zum Verein dar.

Damit die Feuerwehr im kleinen Dorf auch weiterhin besteht, setzt sich der Förderverein ein. Er hofft dabei auf die Hilfe der Einwohner. „Ihnen könnte sonst im Ernstfall kaum noch so schnell geholfen werden wie bisher“, macht ihnen der Vereinschef deutlich.

Durch unseren starken Einsatz in der Jugendfeuerwehr wollen wir gewährleisten, dass auch in Zukunft ausreichend qualifizierte Einsatzkräfte das Fortbestehen unserer Feuerwehr sichern“, erklärt Schneider im Namen der ehrenamtlichen Förderer. Auch deshalb ist er in Gedanken schon wieder beim Jugendzeltlager in fünf Wochen.

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Spenden an den Verein über: IBAN DE46 8105 2000 0901 0238 17

Weitere Informationen unter www.feuerwehr-wedderstedt.de

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Zur Jahresbilanz für 2016 gehörten insgesamt 33 Mitglieder zur Freiwilligen Feuerwehr Wedderstedt, davon 21 Aktive, acht in der Jugendfeuerwehr sowie vier zur Alters- und Ehrenabteilung.

Zu sechs Einsätzen wurde die Wehr im Jahr 2016 gerufen, darunter zu drei Bränden und einer Großübung in Hedersleben. Auch zwei Fehlalarme gab es.

Für das Jubiläum einer 40-jährigen Mitgliedschaft erhielt Thomas Schnell die Ehrenspange in der vierten Stufe. Zudem wurde Maximilian Wackermann von der Jugend zum Feuerwehrmann-Anwärter befördert. (mz)